Donnerstag, 21. Februar 2008

St. Kitts II

Letzte Nacht ankerten wir in der White House Bay (St. Kitts). Da wir es dann doch bedauerten, auf Brimstone Hill die zum Weltkulturerbe gehoerende Fortress nach dem Einlarieren gestern nicht besichtigt zu haben, sind wir heute frueh die gut 5 nm wieder zurueck nach Basseterre gesegelt und haben das nachgeholt. Taxifahrer "Jumbo" brachte uns in seinem Mini-Lieferwagen hin. David war begeistert und in der Tat der Ueberfluss an Kanonen und der Ausblick war beeindruckend.

Soeben haben wir uns im Internet mit den aktuellen Wetterdaten versorgt. Morgen solle es nach Nevis weitergehen. Hier jetzt die schon im letzten Posting versprochenen Fotos:

Entspanntes Segeln in der "Landdeckung" von Barbuda (Barbuda ist nur 30 Meter hoch):



Coca-Cola Pause in Codrington:



Klappenfoto fuers naechste Buch:



David schwimmt mit Schwimmnudel:



Marie Claire auf Barbuda:



Wer will da nicht aufs Foto?



Suchbild: wo ist Wailana?

Mittwoch, 20. Februar 2008

St. Kitts

St. Kitts
Dienstag, 19.02.2008, 22:00 Uhr

Mit dem letzen Tageslicht sind wir hier heute angekommen. Ich sitze mit meinem Laptop auf dem Vorschiff, weil nur hier die WLAN-Verbindung klappt und muss aufpassen, dass mir die gut 20 Kn Wind, den Computer nicht von den Knien wehen.

Da wir das Boot hier noch nicht verlassen haben, jetzt noch ein Nachschlag an Bildern, so der Upload mit der lausigen Verbindung klappt.

Dienstag, 19. Februar 2008

Sint Eustatius

Sint Eustatius (auf Englisch: "Statia")
Dienstag, den 19.02.2008; 09:30 Uhr (im Internetcafe ohne eigenen Laptop)

Seglerisch war der Tag gestern prachtvoll. Unter Genua und leicht gerefftem Gross sind wir mit 7 Knoten Fahrt hoch am Wind auf die Insel St. Eustatius gebrettert. Leider hat David, der sich trotz des boesen Spiels stets tapfer zeigt, sich uebergeben. Und auch Marie Claire hat die Reise im Abwehrdauerschlaf mitgemacht. Wir liegen hier vor Anker. Die Mobilfunkverbindung erlaubt leider nur Sprachtelefonie und keine Datenuebermittlung. Deshalb hier vom Internetcafe aus weniger Text, dafuer einige Bilder.

Bilder aus dem Paradies (Barbuda):







Marie Claire wartet auf die naechste Welle:







Baden in Gustavia:



Ohne Worte:



Marie Claire: "Und wenn die Richtung nicht stimmt, jetzt bin endlich ich am Steuer":



Gestern hier in Oranjestadt:





Viele Gruesse
Ralf

Montag, 18. Februar 2008

Nördlicher Wendepunkt

Simpson Bay, St. Maarten
Sonntag, den 17.02.2008

Wir haben die Simpson Lagoon wieder verlassen und liegen außerhalb der Zugbrücke wieder in der Simson Bay. Sebstverständlich haben wir unseren neuen Anker angeschlagen und erwarten, dass unser neuer Hauptanker zukünftig beim ersten Wurf sitzt.

Die kleinen Antillen sind ein überschaubare Welt. Man trifft in den Häfen und Ankerbuchten immer wieder auf dieselben Boote. Nur von einigen kennen wir auch die Besatzung. Trotzdem überkommt einen stets irgenwie ein vertrautes Grinsen, wenn man nach einigen Wochen diesebe Segelschüssel wieder vor sich hindümpeln sieht. Auf unserem kleinen Ausflug mit dem Dingi nach Marigot haben wir in der Lagune nicht nur bekannte Boote sondern auch Helmut und Lisa von der Alumine nach gut 6 Wochen wieder getroffen. Wir haben die beiden super netten Weltumsegler in Martinique Ende Dezember kennen gelernt. Man kann sagen was man will: die Inseln sind ein Dorf.

Wasser, Diesel, Lebensmittelvorräte sind aufgefrischt, 4 Waschmaschinenladungen frische Wäsche haben wir auch. Morgen früh geht es nach St. Eustatius und damit wieder nach Süden Richtung Martinique. Auf Saba müssen wir leider verzichten. Zu wenig Zeit verbleibt und wir hätten einen sehr schlechten Kurs zum Wind, um von dort nach St. Eustatius zu kommen. Auch der Kurs von hier direkt nach St. Eustatius verläuft hoch am Wind; die Reise wird damit schaukelig sein.

Viele Grüße
Ralf

Sonntag, 17. Februar 2008

Simpson Lagoon

Lagoon Marina, Simpson Lagoon (St. Maarten)
Samstag, 16.02.2008; 22 Uhr

Auf St. Maarten gibt es eine vom Meer völlig abgeschirmte Lagune, die im Süden vom niederländischen Teil und im Norden vom französischen Teil jeweils nur durch eine schmalen Brückendurchlass erreicht werden kann. Die geschützte Binnenlagune und die großen und best sortierten Yachtzubehör und -servicebetriebe machen St. Marten zu dem Ort in der gesamten Karibik schlechthin, wo Yachten gewartet werden können. Allerdings werden Yachten, die unbeaufsichtigt vor Anker in der Lagune zurückgelassen werden hier wohl auch dann und wann geplündert oder ganz gestohlen.

Auch wir waren heute im "Budegt Marines's flagship sotre" einer Yachtzubehörkette, die hier ihren Stammsitz hat, in dem es angeblich auch alles gibt, was im Katalog steht und vieles darüber hinaus. Wir haben uns steuerfrei und recht preiswert einen weiteren Anker gekauft (30 Kg schwerer Claw- oder Bruceanker) und sind neugierig, ob wir damit die Probleme, die wir auf festem Grund oder bei Seegrasbewuchs besser lösen können. Unser ansonsten fantastischer Fortress Alu-Anker versagt ja in diesen Sitationen und unser schwerer CQR-Anker hat Probleme bei Untergründen, die wiederum nicht fest genug sind.

Gerade sind wir noch am grübeln, ob wir morgen schon zur Insel Sint Eustatius weitersegeln oder noch den - angeblich schöneren - französischen Teil von St. Martin anschauen sollen.

Viele Grüße
Ralf

Freitag, 15. Februar 2008

St. Maarten

18°01,1'N 063°02,8'W
Philipsburg / St. Maarten
Donnerstag, 14.02.2008, 21:00 Uhr

Wir haben heute nochmals die Rede Gustavia auf St. Barthelemy genossen und sind z.B. um unser Boot geschwommen. Am Nachmittag sind wir dann zur zweigeteilten Insel St. Maarten (niederländischer Teil) / St. Martin (fränzösischer Teil) bei anfänglich nur gut 10, später gut 20 Knoten Wind gesegelt.

Insbesondere der niederländische Teil der Insel gilt als Steuer- und Einkaufsparadies. Wir werden das morgen eruieren. Wir liegen in der Groot Baai vor Anker. Außerhalb der recht gut geschützten Bucht dürfte es fjetzt gerade deutlich über 30 kn Wind haben, hier drin jedenfalls messen wir über 20 Knoten Wind. Unserem Anker dürfte das nichts ausmachen, bei nur 2 bis 3 Meter Wassertiefe verzeichnet das GPS keine nennenswerten Schiffsbewegungen. Gestern Nacht hat das GPS demgegenüber eine Wegstrecke von 6 nm aufgezeichnet, die wir (bei 8 Metern Wassertiefe) mit unserem Anker hin und her geschwoit sind. Mit anderen Worten: letzte Nacht war erwartungsgemäß sehr unruhig. Demgegenüber versprechen wir uns hier jetzt normalen Schlaf.

Viele Grüße
Ralf

Donnerstag, 14. Februar 2008

Barthelemy

Barthelemy hat es nicht besonders gut mit uns gemeint. Auf unserer kleinen Erkundungswanderung heute Vormittag sind wir in anhaltenden strömenden Regen geraten. Ein netter Mensch nahm uns in seinem mehr oder weniger offenen Jeep wieder zurück nach Gustavia. Ob des anhaltenden Regens blieb uns nichts anderes übrig, als im nächst besten Restaurant Zuflucht zu suchen. Ganz dem High Society Schicki-Micki Klischee der "Ile de Saint-Barthelemy" entsprechend gab es zwei Hamburger à 11 Euro und zwei Portionen Pommes mit jeweils abgezählten schätzungsweise 15 Fritten zu 7 Euro pro Portion Das ist Rekord und war damit das Ereignis schon fast wieder wert. Mehr haben wir noch nirgendwo pro Fritte bezahlt. Dazu noch eine winzige Tasse Tee machte zusammen über 40 Euro. Vernünftig Mittagessen kostet in dem Laden nen Hunni pro Person und der war auch noch proppen voll!! Da wir schon morgens für eine (als Ziffer: 1) Kugel Eis im Plastikbecher 3 Euro bezahlt hatten, braucht man sich über das Preisniveau hier insgesamt keine Illusionen zu machen. Außer teurem Essen, Gucchi-usw-Läden und haufenweise Superjachten mit adrett uniformiertem Putzpersonal ist hier nichts los. Wenn man sich als Nicht-Millionär mal so richtig unterpriviligiert fühlen will, ist man hier richtig.

Ein Liegeplatz im inneren Hafenbecken war leider nicht frei. Als wir um 13 Uhr mit dem Dingi wieder zurück in zu unserem Boot im Vorhafen tuckerten, lag dann leider eine neue Yacht an einer bislang verweisten Boje in unserem abgezirkelten Schwoikreis. Also erneute Ankerprozedur. Mehr Schwell als jetzt hatten wir übrigens noch nie. Es macht fast keinen Unterschied ob auf offener See oder hier vor Anker. Das Ankern im Vorhafen (ohne Hafenboje oder so) kostet uns übrigens 20 Euro!

Morgen geht es zur nächsten Insel, die auch unser nördlicher Wendepunkt sein wird, St. Martin/St. Maarten.

Viele Grüße
Ralf

Mittwoch, 13. Februar 2008

St. Barthélemy

17°53,9'N 062°51,3'W
Port de Gustavia / St Barthélemy (= St. Barth)
Mittwoch 13.02.2008, 8:30 Uhr morgens

Barbuda war das Karibikparadies, wie wir uns es erträumten: Kilometerlange menschenleere Puderzucker-Sandstrände mit braunen Pelikanen (Fregatvögel haben wir leider keine gesehen), hellgrünes glasklares Wasser, Sonne.

Nach 5 Tagen haben wir Barbuda gestern Abend verlassen und sind über Nacht nach St. Barth gesegelt. Da beide Kinder gegen Seegkrankheit nicht gefeit sind (MC noch weniger als David), wurden die beiden so auf dem für unsere Verhältnisse langen Törn geschont. Schlafen ist mit Abstand das beste Mittel gegen Seekrankheit. (Schade nur, dass mindestens einer stets wach bleiben muss.)

Nach gut halbstündigem Kreisen im dicht besetzten Ankerfeld dieses kleinen Hafens hier, haben wir um 7:00 kurz nach dem ersten Sonnenlicht unseren Anker erfolgreich platziert (Meterarbeit!) Jetzt geht es erst mal ins Dorf hier. Danach wird dann ein Mittagsschlaf unvermeidlich sein.

Viele Grüße
Ralf

Freitag, 8. Februar 2008

Ralf und allen Mitseglern geht es gut

Hallo

Ralf hat mich gerade angerufen er ist auf Barbuda und hat keinen weder Handy Empfang (außer Satelit) noch Internet Cafe

bis Vorrausichtlich Dienstag den 12.02.2007.

 

Allen geht es gut

 

Ich schicke ihm bis dahin jeden tag 1 SMS

 

grüsse

Mittwoch, 6. Februar 2008

Bilder

Jolly Harbour Beach:



Jolly Harbour Feriensiedlung:



Marie Claire in Opa Dieters Pareo an der Strandbar:



David turnt auf der Strandbarbühne herum:



Viele Grüße an das Geburtstagskind Andrea

Dienstag, 5. Februar 2008

Jolly Harbour

17°03,0'N 061°53,1'W
Jolly Harbour, Antigua
Dienstag, 05.02.2008, 10:30 Uhr

Seit gestern Abend sind wir in Jolly Harbour, einer ziemlich goßen Lagune, die systematisch zu seinem Segler-Ferienwohnungsparadies ausgebaut wird. Hier kann man sich Häuschen mit unmittelbarem Anleger für die Yacht kaufen. Ein winzig kleiner Bildausschnitt:



Das Areal ist rießig groß und komplett auf US-Amerikaner eingerichtet, die hier ihre klischeehafte Karibik-Traumwelt finden. Die Filmkulisse stimmt: endloser Sandstrand, Casino, Golf- und Tennisplätz, Lebensmittel vom Supermarkt zum Boot-Träger usw. Alles ist im Umkreis von weniger als einem Kilometer da. (Wir hatten übrigens schon einen (beinahe-) Kaufinteressenten für unsere Wailana an Bord; hier verkauft noch jemand eine Dean 440 - da liegt der neugierige Blick auf ein Schwesterschiff nahe).

Mal schauen, was wir hier heute machen. Unsere nicht mehr vorhandenen Lebensmittelvorräte haben wir schon gestern nach unserer Ankunft aufgefrischt. Wahrscheinlich werden wir uns den "Haus-Strand" hier anschauen... Weitere Bilder folgen.
Viele Grüße an Alle
Ralf

Sonntag, 3. Februar 2008

Marie Claire - Deutsch

Ein kleines Wörterbuch "Marie Claire - Deutsch". Neben "Mama", "Papa" und "Nein" hier die wichtigsten Vokabeln:

sissaa: Wasser
boo oder buu: Dingi (Schlauchboot) (oft: ich will mit dem Dingi spazierenfahren)
plumm: runter gefallen / ins Wasser gefallen
rooaa: Trinkhalm ("Rohr")
meehhh: Bitte mehr (Essen oder Getränke)
clo: Limonade ("Cola", gilt aber auch für jede andere Limo)
kau: Trinkschokolade
schwimma: Schwimmweste (meist: zieh mir bitte meine Schwimmweste an, ich will jetzt los)
wauwauwauwau: Hund
katz: Katze
mää: Lamm
Bauch: (sehr wichtige Vokabel, etwa: knuddle mich/meinen hüschen Bauch)
da beiss: David hat mich gebissen
popo: Hippo (Plüschtier von David)
apffl: Apfel
kopf: ich habe mich am Kopf gestoßen
kopf: Knopf (meist: bitte zumachen)
babbel: Gabel
föffe: Löffel
teckel: Deckel (im weitesten Sinne; Gegenstand der irgendwo drauf gehöhrt)
da rein: Hinweis darauf, dass ein bestimmter Gegenstand jeweils dort aufbewahrt wird und diese Ordnung jetzt bitte eingehalten werden soll
'tuch: Ich brauche ein Handtuch, Küchenlappen o.ä.
sitz: endweder "lass mich da hinsitzen" oder "setz Dich da hin"

Hier noch ein Nachschlag zu den Bildern von gestern:

Wailana neben den Traditionsseglern Altair (Mitte) und Carl Linné (Rechs) an der Pier von Nelson's Dockyard:



Noch ein Blick auf English Harbour (vorne) und Falmouth Harbour (ganz hinten) von den Shirley Heights aus fotografiert:



Nach ordentlichem Fußmarsch oben auf den Shirley Heights angekommen:



Martina hat leider seit Samstag Abend einen stark geschwollenen Fuß (möglicherweise Mückenstich o.ä.), deshalb haben wir unseren Aufenthalt hier erst mal bis Montag verlängert.

Viele Grüße von uns allen

Samstag, 2. Februar 2008

Antigua!

17°00,5'N 061°45,8'W
English Harbour, Antigua
Freitag, 01.02.2008; 21:50 Uhr

Leider erlaubt das Handynetz (angeblich 2,4 Euro pro Minute!!) hier keine E-Mails, z.B. für den Blog. Wir haben deshalb eine "wifi-card" gekauft, mit der wir (nur) hier im Hafen kompletten Internetempfang haben. Welch schöner Luxus!

Gestern früh haben wir Frankreich verlassen und neue Welten erreicht: Antigua! Die Fahrt war strapaziös, viel Wind und Welle für so eine Familienbesatzung (mal wieder fast von vorne, halbstündiger Squall mit 30 bis 35 kn). Zum Glück weiß sich die Crew bei der Schaukellei zu helfen, und zwar so:



Der traditionsreiche "Nelson's Dockyard" ist eine Art Freilichtmuseum und bietet an der Pier Liegeplätze für ca. 40 Boote. English Harbour (so heißt die komplette Bucht, die sich einschließlich aller Ankerplätze als Naturhafen versteht) und Nelson's Dockyard sind einige Bilder wert:

Einfahrt in den English Harbour:



Fortsetzung von English Harbour mit Nelson's Dockyard in der Bildmitte:



Der Dockyard en detail:







Nein, ich habe MC nicht auf die Kanone gesetzt, die fasziniert von alleine:



Und zwar Große und Kleine:



Zum Schluss noch ein weiteres hübsches Familien-Bild vom heutigen Tage:



Viele Grüße
Ralf

Mittwoch, 30. Januar 2008

Port Louis

16°24,7N 061°31,9W
Port Louis
Dienstag, 29.01.2008, 20:00 Uhr

Ein zu langer Tag heute. 04:30 Uhr ablegen; 05:05 Uhr nach der Öffnung die beiden Südbrücken der Rivière Salée passiert. Die zweite der beiden Südbrücken ist 7,80 m breit, Wailana 7,25. Hinzu kommt, dass zwischen der ersten und zweiten Südbrücke die Richtung um gut 30 Grad auf sehr engen Raum geändert werden muss. Und natürlich: bei ansonsten spiegelglattem Wasser hat es unter den Brücken verhältnismäßig viel Strömung. Pünktlich um 05:00 Uhr fing in morgentlicher Nächte außerdem Marie Claire an lauthals zu schreien. Langer Rede kurzer Sinn: trotz Besichtigung der Südbrücken am Vortag war die Passage ein ziemlicher Adrenalinstoß und gelang unter Berühung unserer Fender und der Autoreifen an der Brückenmauer gerade noch mal glücklich ohne Schäden am Gelcoat.

Nach der Nordbrücke, die um 05:30 Uhr öffnet, haben wir in der unbeschreiblich idyllischen Riviere Salée erst einmal bis ca. 8:00 geankert und die Sonne abgewartet. Seit Mittag sind wir nun im Fischereihafen von Port Louis als einzige Segeljacht. Der Hafen hier hat eine neue Kaimauer und soll wohl zum Jachthafen ausgebaut werden. Die ist noch nicht geschehen. (Ob es jemals geschehen wird, scheint uns fraglich; die Hafeneinfahrt droht zu versanden. Wir sind in langsamster Schleichfahrt hier reingefahren und hatten mit unserem Tiefgang von 1,1 Metern in der justgen Mitte der Hafeneinfacht schätzungsweise noch 20 cm Wasser unter den Kielen.)

Wir haben einfach an einem verweisten Schwimmsteg festgemacht, der weder über Ösen oder Klampen zum befestigen der Festmacher, noch über eine Verbindung zur Ufermauer verfügt. Letzteren Makel beseitigt unsere Holzbrett-Gangway, die hier zum ersten Mal zum Einsatz kommt. Bis jetzt fühlt sich hier im Hafen niemand für uns zuständig; Fischer versicherten, dass am Steg hier sonst niemand liege (wie auch?).

Von 13:00 Uhr an haben wir gleich das komplette Landprogramm absolviert. Städtchen rauf und runter gelaufen, Mangroven Lehrpfad (wirklich toll), km-langen Strand entlang und um 17:00 am Boot zurück. Weil uns die Frau auf dem Fremdenverkehrsamt auf unsere notorische Fragen an "Allgemeinen Informationen" auf eine hauseigene Veranstaltung um 18:00 Uhr hingewiesen hatte, haben wir und dafür rausgeputzt und sind gleich nochmal ins Dörfchen. Allerdings kam diese Karnevals- und Kulturinfoveranstaltung nur sehr schleppend in die Gänge, die Kinder waren auch ziemlich aufgedreht, so dass wir uns soeben wieder aufs Boot zurück gezogen haben und nun gleich in die Kojen plumpsen werden.

Viele Grüße
Ralf

Dienstag, 29. Januar 2008

Aufbruch gen Norden

Montag, 28.01.2008, 21:00 Uhr
Mooringboje vor der Marina Bas-du-Fort

Der Außenborderspezialist der Marina "Fred Marine" hat unseren Schlauchbootmotor heute früh pünklich um 08:00 Uhr in Empfang genommen. (Wir sind extra von unserer Mooringboje außerhalb des Hafens eine knappe halbe Seemeile bis zu seiner Werkstatt gerudert, damit ein mühsam gestarteter Motor warmgelaufen dann bei der Vorführung nicht plötzlich funktioniert, als wäre nichts gewesen.) Bis 13:00 Uhr wurde er dann von Fred Marines Motorenbastlern gründllich gereinigt, nach deren Auskunft Mengen von Salzwasser und Dreck aus dem Vergaser oder sonstigen Schläuchen entfernt und ein völlig zerfranster Dieselfilter, der er uns stozt präsentiert wurde, ersetzt. Nun denn, angebliche 3 Stunden Motorreinigen kosteten exakt 200 Euro einschließlich Mehrwertsteuer. Hoffentlich schnurrt unser unser Schlauchbootschieber nun zukünftig auch wieder wie ein Bienchen...

In der Zwischenzeit waren wir im Aquarium von Pointe-à-Pitre, das schön, aber für seinen stolzen Eintrittspreis von 22 Euro für uns Drei sehr überauchaubar klein ist.

Nach diesem "Hafentag" ist es an der Zeit, weiter zu reisen. Morgen früh um 05:00 Uhr öffnet die 2,5 nm entfernte Brücke der Riviere Salée, auf der wir zwischen den beiden Inselflügeln von Gouadeloupe hindurch zur Nordküste gelangen wollen. Nicht nur wegen der finsteren Nacht sondern auch wegen der sehr schmalen Brückendurchfahrt ist das für uns mit unserem breiten Boot eine Herausforderung. (Wir haben uns heute Nachmittag die Südbrücke schon mal mit dem Schlauchboot angesehen.) Ziel ist Port-Louis ganz im Norden Guadeloups.

Höchste Zeit für Bett also.
Viele Grüße
Ralf

Montag, 28. Januar 2008

Badesonntag

Wo große Kräfte walten, alles ständig schaukelt und zahllose bewegliche Teile sich befinden, sind kleine Defekte nicht zu vermeiden. Hinzu kommt die Salzwasserluft, die im Laufe der Zeit selbst "Edelstahl rostfrei" angreift. Ein Vortrag auf Bobby Schenks Blauwasserseminar lautete "Wir basteln und um die Welt". Da ist was Wahres dran. Nur dass wir mit den beiden Kindern, die uns auf Trapp halten, vielleicht ein kleines bißchen schwerer tun, ausreichend Ruhe und Zeit für ansonsten durchaus auch spaßigen Basteleien zu finden. "S-f-a-o" sagte uns Weltumsegler Helmuth von der "Alumine": Schiff fährt auch ohne. Gelassenheit und Abschied von all zu ambitionierten Perfektionismus sind neben Bastelfertigkeit ein Teil des Geheimnisses erfolgreichen, glücklichen Langfahrtsegelns.

Was ist nun also schon wieder kaputt? Neben dem Scharnier einer Luke, das ich morgen wohl wieder hinbkommen werde, fordert der Außenborder des Dingis zahlreiche Versuche mit der Anlassleine, bis er endlich läuft. Wir haben deshalb entschiden, ihn morgen früh zum Fachmann zur Inspektion zu bringen. An der Zündkerze liegt es nicht und die Muse, den Motor selbst zu zerlegen, und die Ursache - vielleicht - zu finden, habe ich nicht.

Dafür haben wir heute am Sonntag einen unvergleichlich wunderschönen Tag ohne jede Basteleien am Strand von Le Gosier verbracht. Marie Claire konnte vom Planschen im Meer gar nicht genug bekommen. Sie ist todesmutig und schreckt auch vor verschlucktem Salzwasser nicht zurück. David hat mit tatkräftiger Hilfe seiner Eltern eine monströse Sandburg mit integriertem Pool gebaut. David war heute übrignes recht umgänglich (gestern hatte er wiederholt Sand auf andere geworfen). MC hat sich dafür im Anschluss an unseren Strandtag an Bord damit profiliert, der Reihe nach (in 10 bis 20 minütigem Abstand) eine Handbürste, ihren Sandeimer, eines ihrer Plüschtiere und die Badenudel über Bord zu werfen. Die ganannten Gegenstände konnten alle, notfalls mit einem Sprung ins herrliche Wasser, gerettet werden. Fragt sich jedoch, welche Schwerkraft-Experimente wir nicht bemerkt haben. Wir vermissen z.B. noch eine andere Bürste .... Und vor allem: Alle Ermahungen erzeugen bei MC nicht den kleinsten Funken schlechten Gewissens ...

Viele Grüße
Ralf

Freitag, 25. Januar 2008

Bilder

Bas-du-Fort
Freitag, 25.01.2008, 14:30 Uhr

Heute ist noch nichts spannendes passiert. Martia ist auf dem Boot und ich hole gerade die Wäsche aus dem Waschsalon. Nachher wollen wir vielleicht ins "Aquarium". Hier deshalb - wie angekündigt - einige Bilder:

Puderzuckersandstrand der Ilet du Gosier:



David und Marie Claire, die auf der unteren Absiss des Leuchtturms auf der Ilet du Gosier auch bei frischer Brise viel Spaß haben:



Wailana bei etwas düsteren Wetter der letzten Tage vor Le Gosier:



Der verbogene Ankerschäkel (siehe Posting von gestern):



Als Nachtrag zu unserer Atlantiküberquerung noch einige Bilder von der havarierten "Barbary Duck", der wir 900 nm vor Martinique begegnet sind. Ihr Anblick hat uns einen mächtigen Schrecken bereitet, zumal wir zunächst nicht wussten, was mit der Besatzung passiert ist (sie wurde bereits zwei Wochen zuvor von einem Teilnehmer der ARC abgeborgen). Bis heute beschäftigt es einige Crew-Mitglieder sehr, ob wir zu früh weiter gesegelt sind und ob wir einen Bergungsversuch des Schiffes hätten unternehmen sollen. Es hatte allerdings 5 Meter hohe Wellen die Dämmerung war bereits im Gange, weshalb es schwierig gewesen wäre, auf die Barbary Duck zu gelangen:







Viele Grüße aus der Karibik
Eurer Ralf

Ankern III

16°13,6'N 061°32,1W
Mooring vor der Marina Bas-Du-Fort
Donnerstag, 24.01.2008, 19:45 Uhr

In der Ankerbucht mit dem traumhaften Puderzukersand bei Le Gosier blies der Wind entschieden zu heftig. Wir hatten dauerhaft über 20 Knoten Wind, in der Nacht stundenweise 30 bis 35 Kn. Gut daran war, dass der Alu-Anker bombig gehalten hat. Nur Schlafen kann man bei so viel Wind natürlich nicht Als der Wind deutlich über 30 Knoten auffrischte und so richtig in den Wanten pfiff, hatte ich mein warmes Ölzeug wieder ausgepackt und angezogen und zu beginn sicherheitshalber beide Motoren angemacht, weil ich nicht glauben konnte, dass der Anker bei solcher Last nicht losbricht.)

Der Bolzen des Schäkels, mit dem die beiden Bootsrümpe an die Ankerkette gehängt werden, war übrigens am nächsten Tag so verbogen, dass sich der Schäkel nicht mehr öffnen ließ. Für solche Biegeleistung sind Tonnenkräfte erfoderlich. Wir haben den Schäkel dann mit dem 220V Trennschleifer aufgeflext, um den Anker bergen zu können.

Nun gut, wir liegen deshalb jetzt wieder geschützt an der Mooring-Boje vor dem Hafen Bas-Du-Fort. Hier ist die Landabdeckung bei Ostwind deutlich besser. Allerdings ist das Wasser zwischenzeitlich so spiegelglatt und ohne jedes Lüftchen, dass es dieses Schutzes nicht mehr bedurft hätte.

Wir haben heute denn die Infrastruktur des Hafens gleich genutzt und und drei nervige Stunden im Internetcafe um Rückflüge bemüht. Entweder passen die Anschlussflüge von Paris nach Berlin nicht ansatzsweise oder die Flugpreise sind mind. um Faktor 2 höher als zu Zeiten, wo der Anschluss eben nicht passt. Schlussendlich hat die Flugbucherei aber geklappt und ist damit jetzt verbindlich. Zu Ostern sind wir wieder zuhause.

Morgen wollen wir hierf nochmal einen langsamen Tag verbringen, insb. nochmals versuchen, die Wäsche etwas sauberer zu bekommen, und nach Möglichkeit nochmals ein paar Bilder in den Blog zu stellen.

Bis dahin viele Grüße
Ralf

Dienstag, 22. Januar 2008

Le Gosier oder ein Regentag in der Karibik

16°12,2'N 061°29,7'W
Le Gosier
Montag, den 21.01.2008

Gleich heute früh erinnerte uns das Charterunternehmen, auf dessen Liegeplatz wir lagen, dass wir spätestes um 10:00 Uhr weg sein müssten. Im Prinzip kein Problem, wir wollten ja auch aus dem Hafen raus. Nur leider regnete es den Tag über heute fast ununterbrochen Bindfäden, und die dicken Cumuluswolken, aus welchen der Regen schüttete, bließen mächtig (25 Knoten selbst hier in der Ankerbucht).

Le Gosier ist keine 5 nm von der Hauptstadt Pointe-à-Pitre entfernt und wird auch Rivèra von Guadeloupe genannt, weil es hier feinpudrigen Karibiksandstrand gibt, wie er im Bilderbuch steht. Wir haben hier denn ein gutes halbes Dutzend Versuche benötigt, bis der Anker in diesem seegrasdurchwachsenen Puderzuckersand endlich auch während der Böen hielt - und hoffen, dass er es auch die Nacht über tut. Der Wind hat nachgelassen, so dass wir guten Mutes sind.

Wir liegen nun ganz nah am Sandstrand, vielleicht 60 Meter entfernt, der hier eine Touristenattraktion ist. Er (der schliche Sandstrand, nicht etwa eine Strandpromenade mit Bars und Restaurants) unterliegt einer Art Flutlichtbeleuchtung, die nicht den Anschein hat, irgendwann zu erlöschen.

Als der Regen nachließ und um 16:00 sogar die Sonne etwas durchschien, ergab unser kurzer Landgang, dass es in dem kleinen Dörfchen Le Gosier noch kein Internetcafe gibt. Dafür fand eine phänomenale Beerdigung statt, die die Straßen mit hunderten von Menschen wahlweise in schwarzer oder weißer Kleidung füllte. Wir brauchten einige Zeit, um sicher zu sein, dass es sich nicht um eine Hochzeit handelte, denn das gesellschaftliche Event war aus distanzierter Betrachtung von Tratsch und Gelächter bestimmt. Doch iregenwie Karibik eben.

Viele Grüße
Martina, Ralf, David, Marie-Claire

Samstag, 19. Januar 2008

Bilder

Marina Bas-Le-Fort
Samstag, 19.01.2008; 11:45 Uhr

Wir haben jetzt endlich einen Liegeplatz im Hafen bekommen, der einem Charterunternehmen gehört (bis morgen, längstens bis Montag früh). Das ist insbesondere wegen der Kinder ganz angenehm. Gestern haben wir schon per Dingi unsere Wäsche im Waschsalon versucht zu reinigen (sie ist so schmuddelig, wie zuvor; haben die die Waschmaschine wieder abgestellt, als wir zwischendurch spazieren waren?)

Jeden Tag geht hier ja etwas kaputt: gestern mein linkes Brillenglas; MC hat meine Brille zu Boden geschmettert. Wir waren auch schon gleich beim Optiker und haben ein neues bestellt (60 Euro).

Dass es hier trotzdem schön ist, zeigen vielleicht die Bilder:

Marie Claire balanciert:



Und kontrolliert, ob alle Fallen klar sind:



Papa sucht während einer tropischen Schauer den richtigen Ankerplatz in der Anse de Bourg:



Wenn es nicht regnet, sieht die Ankerbucht so aus (wer findet Wailana?):



Sie sieht so aus:



Zum Schluss noch ein Boot für Leute mit hohem siebenstelligen Freizeit-Budget (Die vier Eigner/Gäste haben sich gerade vom Sonnendeck hinten ins Cockpit verlagert. Gelgenheit für die beiden Crewmitglieder , die Tische auf dem Sonnendeck abzuwischen, während ein weiteres Crewmitglied sich vorne am Bug aus dem Weg geräumt hat.)



Nichts ohne Steigerung: die bald 100 Meter lange Malese Falcon:



Viele Grüße aus der Karibik

Martina, Ralf, David, Marie Claire